Die Freude am Wasser wurde mir schon als Kind mitgegeben. Mein Vater hatte eine kleine Segeljolle auf dem Bodensee – nichts Großes, aber für mich war sie damals ein ganzes Universum. Ich erinnere mich noch gut an unsere Urlaube dort: Wir Kinder in der kleinen Kajüte mit der Matratze, mein Vater am Ruder, Wind, Sonne, Wellen. Und ich, eingehängt ins Trapez, die Beine über dem Wasser, der Kopf voller Abenteuer.

Das waren meine ersten Momente von Freiheit.
Meine ersten Schritte in der Kunst des Segelns.
Und wahrscheinlich der Anfang von allem, was später kam.

 

Mein Vater hat mir früh beigebracht, was „am Wind“ und „vor dem Wind“ bedeutet, wie sich ein Segel anfühlen muss, damit es richtig steht. Diese Mischung aus Natur, Technik und Gefühl hat mich damals schon fasziniert. Und wenn ich mich ins Trapez gehängt habe, um die kleine Jolle auszubalancieren, war das für mich das Größte.

Später, als ich erwachsen wurde – eigene Familie, Beruf, Verantwortung – rückte das Segeln in den Hintergrund. Es schlief ein, wie so vieles, das man liebt und dann doch vergisst.

Bis 2007.

Mein Geschäftsfreund Harry sagte damals zu mir:
Uwe, du bist doch ein Segler. Willst du nicht mal mit uns mit?“
Dieser Satz hat mein Seglerleben wieder neu geöffnet.

Der erste Törn mit Harry auf Sizilien … ich werde ihn nie vergessen. Er hat in mir alles wieder wachgerüttelt, was ich als Kind so geliebt habe. Und von da an ließ es mich nicht mehr los. Harry wurde einer meiner wichtigsten Mentoren – und guter Freund.

Nach und nach kam der Wunsch:
Ich möchte das auch selbst können.
Ich möchte selbst Verantwortung übernehmen.
Als Skipper. Für meine Familie, für meine Freunde, für meine Crew.

2013 machte ich dann das Bodenseeschiffer-Patent A und D – direkt gefolgt vom Sportbootsführerschein See und Binnen. Und schon 2014 habe ich meinen ersten Familientörn geführt. Ein Moment, den ich heute noch in mir trage.

Seitdem wurden es jedes Jahr mehr Törns.
Mehr Erfahrungen.
Mehr Freude.
Mehr Verantwortung.

Ich merkte schnell, dass ein Skipper nicht nur ein Steuermann ist.
Er ist auch jemand, dem Menschen vertrauen.
Der Entscheidungen treffen muss.
Der Fehler einsehen kann.
Und der sich ständig weiterbilden will – aus Respekt vor der See und vor seiner Crew.

Darum habe ich Themen wie Wetterkunde, Seemannschaft und Sicherheit nie auf die leichte Schulter genommen. Im Gegenteil: Das Lernen hat mir genauso viel Freude gemacht wie das Segeln selbst. Jeder Kurs, jede Erfahrung, jeder Törn hat mich zu dem Skipper gemacht, der ich heute bin.

Segeln ist für mich Freiheit.
Gemeinschaft.
Achtsamkeit.
Führung.
Und ein Stück Heimkommen.

Und genau das möchte ich in meinen Geschichten weitergeben.